| Wenn Damon Albarn ein bemerkenswertes Talent hat, dann dafür, sich mit den richtigen Leuten zu umgeben. Er bemüht sich seit einiger Zeit, sein Image des Britpop-Clowns durch ein ernsthafteres zu ersetzen, möchte nicht festgelegt werden, sondern prägend wirken. Dabei besteht immer die Gefahr, dass Albarn sich in seinen diversen Projekten verzettelt. Doch Substanz ist für einen Meister der Inszenierung ja kein vorrangiges Kriterium. Bei den Gorillaz konnte er auf die Unterstützung von innovativen Mitstreitern zählen, warf sich in sein virtuelles Outfit und heimste Applaus ein, während sie brillierten. Er war lediglich die Konstante, die alles zusammenhielt. The Good, the Bad & the Queen (angeblich ein einmaliges Projekt, nicht das Debütalbum einer neuen Band) ist nach derselben Formel entstanden, wirkt aber schon eher wie ein echtes Soloprojekt Damons. Mit von der Partie sind diesmal der legendäre Paul Simonon von The Clash, der sich im Hintergrund hält und Damon ein solides Dub-Bass-Fundament liefert; der Afrobeat-Drummer Tony Allen, dessen Beiträge subtil, aber wirkungsvoll sind; und nicht zu vergessen: Damons Lieblings-Studiomusiker Simon Tong, früher bei The Verve. Alle zusammen verleihen der meist melancholischen Musik einen vielseitigen, oft faszinierenden Sound. Einen Kontrast zu den düsteren Texten mit Bezug zu London bildet gelegentlich der Restoptimismus der Musik. Ein Beispiel dafür ist das sich steigernde, hymnenhafte "Herculean", das eine gewisse Hoffnung ausstrahlt. Dominiert von Albarns Klavierspiel, welches an die Small Faces erinnert, starten die Songs selten durch wie bei Blur oder den Gorillaz, sondern ähneln einander in Machart und Grundstimmung. "80s Life" und "Behind the Sun" sind jedoch echte Highlights. --James Berry |
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