| Die Herren von SOAD schĂŒtteln sich auf Mesmerize pro Song mehr Ideen aus den armenischen Ărmeln als die meisten Bands in ihrem Gesamtwerk. Dabei gibt es auch noch viel zu Lachen, ordentlich Systemkritik und unglaubliche musikalische Meisterleistungen an den Instrumenten. Seit Zappa selig ist diese Kombination nicht mehr vernommen worden. Der Albumtitel ist nicht schlecht gewĂ€hlt, denn die Band hĂ€lt einen tatsĂ€chlich gebannt vor den Boxen fest, voller Neugier, was fĂŒr ein schrĂ€ger Break ihnen als nĂ€chster einfĂ€llt. Das zart gezupfte Intro Soldier Side lĂ€sst einen die brachiale Gewalt vom folgenden B.Y.O.B um so heftiger spĂŒren, die Kombination von Brachial-Metal und Chanson bekommen SOAD bei Radio/Video bruchlos auf die Reihe, und der extrem böse Text zu Violent Pornography wird mit einem hymnischen Refrain versehen, der so herrlich gar nix mit dem gesungenen Text zu tun hat. Die ĂŒberbordende KreativitĂ€t der Musiker wird von Produktions-Meister Rick Rubin in ein transparentes, aber recht zurĂŒckhaltendes Soundgewand gesteckt, was die KomplexitĂ€t der Musik besser zur Geltung kommen lĂ€sst. Mit Mesmerize haben System Of A Down erneut bewiesen, daĂ sie in einer eigenen Klasse spielen. Der einzige MaĂstab sind die VorgĂ€nger-Alben, und die haben sie unglaublicherweise noch mal locker getoppt. -- Deborah Denzer |