| Drei Jahre nach ihrem DebĂŒt "Blue Lines", das vom englischen Trendmagazin Face zum "Album des Jahres" gekĂŒrt wurde und den globalen Single-Bestseller "Unfinished Sympathy" hervorbrachte, meldeten sich Massive Attack 1994 mit einem Paukenschlag im Rampenlicht zurĂŒck. Das Kreativ-Trio hatte mit seinem wegweisenden DebĂŒt den Grundstein fĂŒr die TripHop-Bewegung gelegt, und Protection sorgte drei Jahre spĂ€ter fĂŒr verstĂ€rkte Breitenwirkung. Mit ihrer Fusion aus HipHop-Drums, be-soultem Gesang, "ragga riddims", Dub-Elementen und atmospĂ€rischen, geradezu kinematographischen Keyboardsounds gab die Bristol-Band die Marschroute fĂŒr die Dance Music in der zweiten HĂ€lfte der neunziger Jahre vor. Die stilbildende, von Nellee Hooper (Soul II Soul)produzierte CD ebnete den Weg fĂŒr nachfolgende Acts wie Portishead, Sneaker Pimps oder auch Beth Orton. Wie schon bei der VorgĂ€ngerplatte, so hatten "Mushroom" Vowles, "Daddy G" Marshall und "3D" (alias Robert Del Naja) auch fĂŒr Protection wieder diverse Gastvokalisten ins Studio eingeladen: Tracey Thorn (Everything But The Girl) zieht im Title-Track mit elegischer Stimme ihre Kreise. Tricky hypnotisiert in der reggaefizierten Hitsingle "Karmacoma" mit eindringlichen Rap-Reimen. Horace Andy ist bei der live aufgenommenen Coverversion des Doors-Oldies "Light My Fire" zu hören. Und Nicolette lĂ€Ăt in "Three" und "Sly" ihren hellen, klaren Sopran erstrahlen. --Harald Kepler |