| Die letzten fünf Jahre in der Karriere von Mariah Carey, die bisher unglaubliche 140 Millionen Tonträger weltweit verkauft hat, verliefen nicht gerade wunschgemäß. Nach den eher verhaltenen bis vernichtenden Kritiken zum Album Glitter (2001) ging es zwar mit dem Nachfolgewerk Charmbracelet (2002) etwas aufwärts, doch erst jetzt erreicht sie mit "The Emancipation Of Mimi" wieder die alte Form und Souveränität. Mariah Carey muss sich nichts mehr beweisen, vielleicht klingen die 14 Tracks, entstanden unter tatkräftiger Mithilfe von Jermaine Dupri, James Poyser, The Neptunes, Kanye West und Scram Jones, deshalb so entspannt. Die Sängerin glänzt diesmal nicht nur mit ihrer unverwechselbaren Stimme, sondern ist bei allen Songs auch als Autorin entscheidend beteiligt. Ihre Emanzipation in künstlerischer Hinsicht beschränkt sich eben nicht nur auf den Titel des Albums. Mit viel Selbstbewusstsein sie inzwischen wieder ausgestattet ist, zeigt sich vor allem bei Songs wie dem gemeinsam mit Snoop Doog eingespielten "Say Somethin'", einer rhythmisch wie harmonisch extrem reizvollen Midtempo-Clubhymne, oder beim Titel "To The Floor", bei dem The Neptunes und Nelly wieder mal ganz Arbeit abgeliefert haben. Der 34-Jährigen Sängerin ist mit The Emancipation Of Mimi wieder den Anschluss an die US-R&B-Elite gelungen. Wie wohl sich Mariah Carey 2005 fühlt, zeigt sie eindruckvoll gleich zu Begin der Platte mit "It's Like That", einem makellos in Szene gesetzten Club-Track, bei dem Partykönig Fatman Scoop mit ein paar wohltemperierten Shout-Outs aushilft und so dem Ganzen die nötige Würze verleiht. --Norbert Schiegl |
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