| Kann man Thrash Metal noch komplexer als auf Through The Ashes Of Empires in Szene setzen, ohne dabei auf kompakte Riffs und eingĂ€ngige Gesangsmelodien zu verzichten? Man kann - zumindest wenn man Machine Head heiĂt. WĂ€hrend das Gros der Szene-Konkurrenz versucht, mit möglichst brachialen Death-Metal-Anleihen nach dem Motto "HĂ€rte um jeden Preis" die Grenzen des musikalisch Machbaren auszuloten (was bereits in den 80er und frĂŒhen 90er Jahren besser und konsequenter vorgemacht worden ist), setzen Machine Head lieber auf anspruchsvolles Songwriting und atmosphĂ€rische Arrangements. Noch tabuloser als auf dem exzellenten VorgĂ€nger Through The Ashes Of Empires verknĂŒpfen Robert Flynn und seine Mitstreiter knallharten Thrash mit Progressive-Metal-Elementen. Halsbrecherische Breaks treffen auf sphĂ€rische, harmonische Passagen, Nackenbrecher-WirbelstĂŒrme auf griffige Refrains, dĂŒstere Soundscapes auf Rush-lastige High-Tech-Parts. WĂ€hrend die Instrumente ebenso souverĂ€n wie energisch ihre KlanggerĂŒste errichten, brilliert Flynn als facettenreicher Frontmann, der problemlos in der Lage ist, die unterschiedlichsten Emotionen glaubhaft rĂŒberzubringen. Es braucht zwar einige DurchlĂ€ufe, bevor die bis zu zehneinhalb Minuten langen Songs im GedĂ€chtnis haften bleiben, danach lassen sie sich aber nur noch schwer von der Hirnfestplatte löschen. -- Michael Rensen |