| Korn kehren zu ihren Wurzeln zurück. Auf Take A Look In The Mirror dominiert wieder jene kompromisslose, aggressive Härte, die die ersten beiden Alben der Nu-Metal-Vorreiter zu wegweisenden Genre-Scheiben machte. Nach der letzten CD Untouchables, beschlossen Korn einen radikalen Schnitt. Statt erneut mit einem teuren Produzenten zusammenzuarbeiten, klemmte sich Sänger Jonathan Davis selbst hinter das Mischpult, Soundeffekte wurden im Studio nur noch spärlich eingesetzt, und stattdessen konzentrierte man sich ganz auf das Wesentliche: mörderisch brachiale, groovige Gitarren, höllisch laut pumpende Bässe, differenzierte Drums und Jonathans einzigartige, kranke Vocals. Es wird geschrien, was die geschundene Seele hergibt, streckenweise sogar mit der entmenschlichten Brutalität eines Black-Metal-Shouters. Aber auch die Instrumentalisten gehen deutlich lärmiger, heftiger und ohne kommerzielle Hintergedanken zur Sache. Eingängige Melodien und radiokompatible Songaufbauten stehen nicht länger im Vordergrund, auf Take A Look In The Mirror regieren intensive, sehr trocken produzierte Nu-Metal-Hassbatzen. Die Fans der frühen Scheiben wird es freuen, aber dank der immer wieder eingestreuten Ohrwurm-Passagen dürften auch Untouchables-Liebhaber mit diesen 13 Songs klarkommen. --Michael Rensen |