| Auf zur zweiten Runde im Comic-Land der unangepassten Kinder. Blur-SĂ€nger Damon Albarn macht mit seiner Snoopy-Simpsons-Truppe Gorillaz auf Demon Days haargenau dass, was er will. Immer gegen den Strich, immer gegen die Erwartung. Was vordergrĂŒndig fröhlich klingt, ist dann doch bitterböse, wie etwa das scheinbar harmlose Kinderliedchen Kids With Guns oder Dirty Harry mit dem lieblichen Kinderchor zum FrĂŒhzeit-Hiphop, oder auch andersherum. Dare, von ihm selbst als Mischung aus Madonna und The Clash umrissen, entpuppt mit dem Manchester-Rave-Impresario Shaun Ryder unter der Dance-OberflĂ€che als ziemlich zynisch, die kitschig angelegte Ballade Every Planet We Reach Is Dead kippt dank Klirrfaktor und Human-League-Elektronik ins Absurde. Ăberraschend einfallsreich auch Don`t Get Lost In Heaven, die ausgefeilte, fast zĂ€rtliche Hommage an Brian Wilson Unter den vielen GĂ€sten wie Ike Turner oder Neneh Cherry tun sich vor allem Schauspieler-Bösewicht Dennis Hopper als knorriger ErzĂ€hler des seltamen Sci-Fi-MĂ€rchens Fire Coming Out Of The Monkey`s Head hervor, Trash-Voodoo vom feinsten. Und natĂŒrlich De La Soul auf der poppigen, funkigen Single Feel Good Inc., ein feiner Kontrast zu Albarns geschliffenem Gesang. Kein Fastfood, sondern Comic mit Köpfchen und Kanten. -- Ingeborg Schober |