| Coheed And Cambria entziehen sich jeglicher Kategorisierungsversuche. Die New Yorker arbeiten mit Hardcore-, Metal- und Prog-Elementen, ohne sich jedoch in diese Schubladen stopfen zu lassen, und offenbaren ein Maß an Originalität, wie man es heutzutage nur noch selten findet. In Keeping Secrets Of Silent Earth: 3 erinnert streckenweise an moderne, komplexe Rock-Bands wie Funeral For A Friend, Incubus, Sparta, Mars Volta oder schaumgebremste At The Drive-In, bewegen sich in (niemals weinerlichen) Emocore-Gewässern und berufen sich sogar auf Siebziger-Jahre-Prog-Metal à la Rush. Das bunte Gemisch klingt überaus eigenständig und verströmt eine Frische, die einen dazu ermuntert, dem anspruchsvollen Songmaterial auch noch einen vierten und fünften Durchlauf zu gewähren, bis alle elf Tracks ohne Anlaufschwierigkeiten zünden. Jazziges Drumming, markante Bässe und extrem abwechslungsreiche Gitarren zwischen Stakkato-Gehämmer und weichen Soundscapes bilden ein erdbebensicheres Fundament für Claudio Sanchez' hellen, streckenweise an Rushs Geddy Lee gemahnenden Gesang. Intensive Gefühle werden ohne Pathos vermittelt, und zwischendurch geht immer wieder schön rockig die Post ab. Ein Kracheralbum mit Langzeitwirkung! --Michael Rensen |