| Busta Rhymes hat ein paar Nackenschläge verarbeitet, sein Leben neu ausgerichtet und feiert 2006 mit The Big Bang so etwas wie ein Comeback. Vier Jahre ließ der als Trevor Smith in New York geborene Hochgeschwindigkeits-MC vergehen, um einen Nachfolger von It Ain't Safe No More zu präsentieren. Eine ungewöhnlich lange und ereignisreiche Zeit für den als rastlos geltenden Busta. Sein Bodyguard Israel Ramirez wurde bei einem Videodreh zur Vorabsingle Touch It in Brooklyn erschossen (Februar 2006). Vorher starben sein Freund Ol' Dirty Bastard (2004) und der Soul-Funker Rick James, der auf The Big Bang genauso Credits bekommt, wie Produzent J. Dilla, der auch im Februar 2006 verstarb. Soviel Tote und doch rückt Busta Rhymes von den überdrehten und hektischen Beats wie apokalyptischen Sounds ab. Busta hat nämlich nicht nur die Rastalocken abgeschnitten, er ist auch zum Label Aftermath von Dr. Dre gegangen und so trifft der Eastcoast-Rapper auf den Westcoast-Starproduzenten. Der hat zwar einen großen Teil der Arbeit übernommen, ließ aber auch Timbaland, Erick Sermon, J. Dilla und Will.I.Am an die Regler. Weitere Star-Gäste im Studio: Nas, Kelis, Stevie Wonder, Raekwon, Q-Tip und Missy Elliot. Auch wenn mal Daft Punk gesampled werden und wilde Tribal-Rhythmen (Get Down) zu hören sind, so dominieren doch Soul und Funk The Big Bang. Manchmal, wie in Been Through The Storm wird dicke Pathos-Paste aufgetragen, in dem Track How We Do It Over Here ist Busta ganz der Alte. Dazwischen gibt es Weisheiten aus dem Ghetto und Anleitungen für Parties und ein musikalisches Auf und Ab mit großen Ideen und Griffen in die Gebrauchtwarenabteilung. The Big Bang wird mit seiner Orientierung Richtung Mainstream polarisieren wie kein Album von Busta Rhymes zuvor. --Sven Niechziol |