| Avril Lavigne die sich selbst als Skate-Punk bezeichnet, bekennt bei ihrem DebĂŒt, dass sie "alles auĂer normal" sein möchte. Na ja! Wer schon mit 16 Jahren den ersten Plattenvertrag in der Tasche hat, hat gut reden und kann sich leicht von der Masse absetzen. Aber allzu oft ziehen die Macken der Texte von Let Go die musikalisch eindrucksvolle Erstlingsaufnahme des Teenagers nach unten in den Bereich des allzu Normalen. Die eingĂ€ngigen Refrains von Let Go erzeugen dennoch durch ihre von Riffs angetriebenen Melodien ihre Wirkung, ebenso durch ihren effektvollen Gesang, der ab und zu die unorthodoxen Betonungsmarotten ihrer ebenfalls aus Kanada kommenden Kollegin Alanis Morissette annimmt. Das nuancierte, dynamische "Losing Grip", "My World", das die öde Langeweile von VorstĂ€dten perfekt vermittelt, und das energiegeladene Power-Pop-StĂŒck "Sk8er Boi" sind die Highlights dieser Sammlung. Indes: Lavignes ehrlich-offenen, aber dennoch peinlichen Texte verringern den Erfolg von StĂŒcken wie "Mobile", "I'm with You" und "Naked". "Nobody's Fool", das ihr an Pink erinnerndes "Nimm mich wie ich bin"-Credo prĂ€sentiert, lĂ€sst darauf hoffen, dass Lavignes Texte eines Tages die AusdrucksstĂ€rke ihrer Musik erreichen werden. --Annie Zaleski |